Neue Wege für Schilddrüsen-Patienten – warum?

Aktualisiert: Juni 29








Liebe Kunden,

ich beginne mit einem sehr persönlichen Blog. Warum? Weil die Sorge um Ihr Tier auch ein sehr persönliches Thema ist. Wo viel Herzblut steckt, da muss auch Vertrauen sein. Und Vertrauen gewinnt man, indem man sich öffnet. Deshalb möchte ich Ihnen heute erzählen, wie ich zur Tiertherapie kam und warum mir mein Beruf so wichtig ist.

Viele Jahre lang war ich als Bewegungstherapeutin und Fitness- und Aerobictrainerin tätig. Später eröffnete ich eine eigene Hip-Hop Tanzschule. Ich hatte viel Spaß und lebte meinen Traum, lebte mein Leben und hatte Ups und Downs wie jeder andere Mensch auch. Aber mit der Zeit spürte ich, dass es mir gesundheitlich nicht gut ging. Das steigerte sich schnell und war irgendwann so schlimm, dass ich mir nicht mehr zu helfen wusste.


Was war los mit mir?


Ich litt immer wieder unter schlimmsten Migräneattacken – wer das schon einmal erlebt hat, weiß: Solche Tage sind einfach nur furchtbar. Diese Attacken wurden immer schlimmer und immer häufiger, der Leidensdruck war enorm. Trotzdem konnte mir kein Arzt und kein Heilpraktiker helfen. Deshalb begann ich selbst mit der Recherche. Es gibt unzählige Therapieansätze zu diesem Thema, ich probierte sie alle aus. 15 Jahr lang, o hne Erfolg. Ich stieß dabei immer wieder auf das Thema: Schilddrüse und Hormone…. Damit im Hinterkopf, ging ich wieder zum Arzt. Nur mit Mühe und Not konnte ich ihn überhaupt überzeugen, meine Werte testen zu lassen. Das Ergebnis: „Ihre Schilddrüse ist in Ordnung. Die Werte sind ein bisschen niedrig, aber noch im Normbereich.“ Ich war enttäuscht, weil ich dachte, ich hätte endlich die Lösung des Problems gefunden. Stattdessen bot er mir „Triptane“ an, Medikamente mit Nebenwirkungen, die zwar die Symptome unterdrücken, die Krankheit jedoch nicht heilt. Dies wollte ich von Anfang an nicht und…ich wollte mir nicht einreden lassen, dass Migräne nicht heilbar ist! Das ein Patient die Medikation ablehnt, trotz starkem Leidensdruck, konnte er nicht nachvollziehen. Mit seinem Latein am Ende versuchte er mich zu trösten und sagte: „Wissen Sie, es gibt Menschen, die haben das jede Woche. Da sind sie doch noch ganz gut dran.“ Oh je! Ganz gut dran? Das empfand ich irgendwie anders! Was sollte ich nun machen? Mittlerweile hatte ich alle zwei Wochen Migräne und fiel für vier Tage komplett aus. Wie soll man so leben?


Migräne – gesund?


Nachdem mein Arzt mich „hormontechnisch“ als „gesund“, ohne Triptane und Hoffnung nach Hause geschickt hatte, machte ich mich weiter auf die Suche nach einer Lösung. Mein Tanzstudio musste ich zwischenzeitlich aufgeben – arbeiten oder auch nur aufstehen an den akuten Tagen war unmöglich. Zum Glück hatte ich tolle Ersatztrainer, die mich immer wieder spontan vertraten. Dafür bin ich Ihnen bis heute sehr dankbar. Mittlerweile hatte ich fast 25 Jahre damit verbracht, durchschnittlich vier Stunden schweißtreibendem Sport auszuüben. Der Gedanke, dass es vielleicht auch damit zusammenhängen konnte, ließ mich nicht los. Ständige Verspannungen und gleichzeitige Muskelschwäche, das war einfach zu viel für meinen Körper. Somit entschied ich, dass es so nicht weitergehen kann. Des Weiteren wollte ich auch nicht als Hip-Hop-Oma in die Annalen eingehen. Die Leidenschaft zur alternativen Medizin und die Liebe zu Tieren ließen mir eigentlich keine andere Möglichkeit als den Entschluss zu fassen, eine Ausbildung zur Tierheilpraktikerin anzufangen. Fast zeitglich, durch ein wenig Glück, bekam ich die Chance, als Tierarzthelferin bei einem Tierarzt zu arbeiten. Ich half ihm während der Sprechstunden und assistierte fast täglich bei den Operationen. Dies waren fünf hilfreiche Jahre, die mir zusätzlich zu meiner Ausbildung Einblicke in die klassische Veterinärmedizin brachte. In der Zwischenzeit sprach ich mit weiteren Ärzten und Heilpraktikern, verschlang jegliche Fachliteratur und besuchte Seminare, probierte viele Dinge aus, aber eine Lösung für die Migräneanfälle, außer Ruhe, Dunkelheit und Kühlung fand ich nicht.


Und dann kam Bella


2014 war es dann endlich soweit, ich eröffnete meine Tierheilpraxis. Bella war eine meiner ersten Hunde-Patientinnen und eine gerade mal 1,5 Jahre junge Labrador-Hündin. Ihre Besitzerin war ungefähr ähnlich verzweifelt wie ich selbst – und hatte viele Tierärzte, Tierheilpraktiker, Hundetrainer und Hundeverhaltensberater mit Bella aufgesucht. Dem Hund ging es körperlich dem Anschein nach gut. Dafür hatte sie große psychische Probleme, die mittlerweile den ganzen Alltag der Familie bestimmte: Verlustängste, extreme Schreckhaftigkeit und „Unerziehbarkeit“. Sie war wahnsinnig unkonzentriert, schnell abzulenken und völlig hyperaktiv. Immer wieder war der Familie von Hundetrainern und anderen Experten gesagt worden, dass sie im Umgang mit dem Hund alles falsch machen. Die Besitzerin war sehr verunsichert, fast schon verzweifelt. Bei der Anamnese sagte sie mir vertrauensvoll, dass dies der letzte Versuch sein werde, Bella zu helfen. Würde auch dies scheitern, sähe sie keine andere Möglichkeit, als ihren geliebten Hund abzugeben. Dies hörte sich für mich zunächst einmal erschreckend an, aber nachdem ich Bella kennen lernte, konnte ich diese Aussage wirklich verstehen. Bella rannte von einer Ecke in die andere, drehte sich permanent im Kreis, biss sich in den Schwanz, bellte ständig, erschrak sich bei jeder Bewegung und jedem Geräusch und kam auch nach einer Stunde nicht zur Ruhe. Ich wollte natürlich nicht dafür mitverantwortlich sein, dass Bella abgegeben wird und fing an zu recherchieren. Ich stieß auf amerikanische Literatur. Je mehr ich las, umso so mehr war mir klar, es könnte bei Bella ein hormonelles Problem sein, ausgelöst durch Schilddrüsenproblemen. Und somit kam alles in Gang. Ein Blutbild der Hündin bestätigte: subklinische Schilddrüsenunterfunktion.


Hormone als Triebfeder


Schilddrüse und Hormone – diese Ideen ließen mich nun nicht mehr los. Ich verschlang alles an Fachliteratur, was ich dazu finden konnte. Ich besuchte Seminare und sprach mit Experten. Zunächst mit dem Ziel Bella zu helfen. Aber immer öfter stellte ich bei meiner Recherche fest: Das ein oder andere könnte auch auf mich zutreffen! Jahrelang hatte mir niemand helfen können, hatte auch Bella niemand helfen können. Ist es möglich, dass die Lösung im regulieren des Hormonhaushalts liegt?


Problem: Diagnose


Ärzte und Heilpraktiker, die sich tiefergehend mit Erkrankungen der Schilddrüse beschäftigen, sagen immer wieder: Die Erkrankungen werden viel zu oft einfach nicht diagnostiziert. Warum ist das so? Ein Problem ist ganz schlicht und ergreifend das Denken in vorgefertigten Bahnen. Ich erkläre es an meinem eigenen Beispiel:

Ich war mir ziemlich schnell sicher, nach all meinen Recherchen und Seminaren, an Hashimoto erkrankt zu sein. Wer die Krankheit nicht kennt: Sie führt zu einer chronischen Entzündung der Schilddrüse und löst zahlreiche Symptome aus. Viele davon sind aber nicht so einfach zu greifen und können auch bei anderen Erkrankungen auftreten.

Mit all meinem Wissen und viel Mut ging ich nun wieder zum Arzt, und bat ihn, meine Werte nochmals zu testen, schließlich waren ja nun 15! Jahre vergangen. Diesmal wollte ich nun ein paar weitere Parameter getestet haben, als es üblich ist, denn ich hegte den Verdacht, unter Hashimoto zu leiden. Das ist nun eine Forderung, die ein Arzt wirklich ungerne hört, nehme ich an. Ich bestand jedoch darauf und sagte, es würde mich beruhigen, wenn das abgeklärt wäre. Besonders natürlich im Falle, wenn ich unrecht hätte. Er zögerte noch ein wenig, sagte mir, dass ich absolut keine Symptome einer Hashimoto Erkrankung aufwies. Ich denke, er las in meinem Gesicht, dass ich nicht eher gehen würde, bis er mir meinen Wunsch erfüllte und nahm alle Blutparameter ab, die ich verlangte. Was soll ich Euch erzählen? Nach zwei Wochen bekam ich einen Anruf von meinem Arzt, indem er mir mitteilte, dass alle meine Werte im Referenzbereich lagen, bis auf dieser eine: der Parameter für Hashimoto!

Trotzdem erhielt ich keinerlei schulmedizinische Therapie, dazu seien meine Werte nicht schlecht genug.


Was soll das bedeuten?


Sollte ich weiterhin unter meiner Erkrankung leiden ohne Hilfe und Therapie? Sollte ich die Hände in den Schoß legen und abwarten, bis es mir noch viel mieser geht, damit meine Werte schlecht genug für eine Behandlung sind?


Da muss doch etwas zu tun sein – für mich und für Bella!


Mit all meinem zusammengetragenen Fachwissen – tier- und humanmedizinisch – entschied ich mich, neue Wege einzuschlagen. So begann ich, mich für naturheilkundliche Ansätze zur Hormonregulierung aus- und weiterzubilden. Außerdem stellte ich zwei Dinge fest: Zum einen scheine ich Patienten mit solchen Krankheitsbildern schon fast magisch anzuziehen 😊 Und zum anderen stellt sich in den Gesprächen auffällig oft heraus, dass die Tierbesitzer selbst an Schilddrüsenerkrankungen leiden. Aber kommen wir zu meinen Zielen im Kampf gegen Hormonstörungen.


Was ich erreichen möchte

  • Dass wir lernen, welche diagnostischen Parameter wichtig sind, außer den üblichen „Verdächtigen“

  • Dass wir lernen, sie richtig und früh genug zu interpretieren

  • Dass wir nicht warten, bis der Schaden an der Schilddrüse eventuell irreparabel ist

  • Dass wir lernen, welche Symptome von einer Schilddrüsenproblematik herführen können, die man niemals in diesem Bereich vermutet hätte

  • Dass wir Leiden nicht ignorieren, bis die Werte im schulmedizinischen Sinne nicht mehr im Referenzbereich liegen

  • Dass die Schilddrüsenfunktion erhalten bleibt und keine künstlichen Hormone gegeben werden müssen

  • Eine ursächliche Behandlung

  • Hundebesitzer zu sensibilisieren, damit sie die Krankheit erkennen

Dazu muss man wissen: In der Schulmedizin gibt es bei solchen Beschwerden keine ursächliche Therapie. Die Schulmedizin verschreibt erst künstliche Hormone, wenn die Blutwerte außerhalb des Referenzbereichs liegen, dann sind jedoch bereits 75% des Schilddrüsengewebes zerstört. Und der Patient hat bereits etliche Jahre lang gelitten und wurde nicht ernst genommen. Die künstlichen Hormone helfen, um den T4-Wert im Blut aufrecht zu erhalten, aber der Körper bekommt immer noch nicht genau das, was er wirklich braucht. Im Humanbereich gibt es immer mehr Mediziner, die mit verschiedenen naturheilkundlichen Therapien sehr gute Ziele erreichen. Ich habe mir viele dieser Ansätze angeschaut und selber ausprobiert.


Und wie geht es mir heute, mit Therapie?


Heute, nach drei Jahren, ist meine Migräne nahezu völlig verschwunden. Habe ich eine Attacke, geht sie nur noch einen halben Tag und ist erträglich. Auch die Abstände zwischen den einzelnen Attacken sind bedeutend größer. Zudem spüre ich eine deutliche Verbesserung in anderen Bereichen: Ich bin insgesamt entspannter, und merke, dass ich zielgerichteter arbeiten kann. Auch spüre ich eine deutliche Verbesserung in der Muskulatur und in den Faszien.


Was geschah mit Bella?


Während meinen Recherchen über Hormone bezüglich Mensch und Hund, stellte ich fest, dass sich, wenn auch nicht alles, aber vieles gleicht. Ich fing an darüber nachzudenken, ob die naturheilkundlichen Therapien, die Menschen hilft, nicht auch meinen hündischen Patienten helfen könnte? Anfangs zögerlich sprach ich offen mit meinen Patientenbesitzern darüber und war positiv überrascht, dass den meisten meine Idee gefiel. Es war und ist immer noch eine Phase des Ausprobierens und wenn man schnellen Erfolg erwartet, wird man oft enttäuscht. Aber mit Ruhe und Geduld habe ich nun schon dem ein oder anderen Hund zur Besserung verholfen und der erste Hund, der davon profitieren konnte, war Bella. Sie wurde, zu meiner Freude, nicht abgegeben und lebt bis heute glücklich und viel entspannter weiterhin in ihrer Familie.


Ziel: Weiterentwicklung der naturheilkundlichen Therapie in Bezug auf Hormone beim Hund


Was mir und Bella weitergeholfen hat, möchte ich nun gerne auch anderen Patienten zugänglich machen. Derzeit entwickle ich eine naturheilkundliche Therapie. Sie basiert auf einer Kombination mehrerer wissenschaftlich nicht anerkannter humannaturheilkundlicher Therapien. Diese wende ich bei mir persönlich bereits an und meine Entzündungswerte sind in sechs Monaten um über die Hälfte gesunken. Dieses tolle Ergebnis möchte ich nun für die gezielte Therapie von Hunden adaptieren. Erste positive Erfolge konnte ich bereits verzeichnen. Ich wünschte, dass ich selbst dieses Wissen schon früher gehabt hätte.

Lesen Sie hier bald mehr zu meiner Therapieentwicklung.


Ist Ihr Hund aggressiv, ängstlich, schreckhaft, hyperaktiv, unkonzentriert? Sprechen Sie mich jetzt an!



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